St. Petri Dom

Der Fritzlarer Dom St.-Peter

Das Holz der von Bonifatius im Jahr 723 "in loco, qui dicitur Gaesmare" gefällten Donareiche diente zum Bau einer ersten Kirche an dem Ort, den Bonifatius Frideslar nannte. Diese Kirche wurde dem hl. Petrus geweiht und entwickelte sich, mit dem dazugehörigen Benediktinerkloster, zum Missionszentrum für Hessen, Thüringen und Sachsen. In den Jahren 732/33 folgte dem Holzbau eine erste Steinkirche, die auch den Sachsenangriff des Jahres 774 überstand. Von Fritzlarer Mönchen erfolgte die Gründung der Klöster Ohrdruf, Fulda und Hersfeld.

Anfang des 11. Jahrhunderts wandelte sich das bonifatianische Kloster in ein Chorherrenstift und Fritzlar wurde damit endgültig zum politischen, wirtschaftlichen, geistlichen und geistigen Zentrum Niederhessens.
Nach der Zerstörung Fritzlars im Jahre 1079 entstand eine dreischiffige, flachgedeckte Basilika mit einer der ersten echten Zweiturmfassaden nördlich des Mains. Im 12. und 13. Jahrhundert folgte mit dem Umbau des Langhauses die Einwölbung des Domes. Zwischen 1230 und 1250 wurde das "Paradies", die das Westwerk heute prägende Vorhalle errichtet. Anfang des 14. Jahrhunderts erfolgte der Neubau des Kreuzgangs.

Die in den folgenden Jahrhunderten errichteten Seitenkapellen fügen sich harmonisch in den alten Baukörper ein. Dominiert wird das mächtige Bauwerk jedoch durch die Formensprache von Romanik und Gotik. So ist der Fritzlarer Dom eines der schönsten Beispiele für die "Übergangszeit" der beiden Baustile in Deutschland.

Sehenswert in Inneren zunächst die Krypten, die zu dem ältesten Teil der Stiftskirche gehören. Bemerkenswert das spätgotische Hochgrab des hl. Wigbert, eine romanische Petrusdarstellung sowie eine gotische Dreifaltigkeitsgruppe.

Der Altarraum beeindruckt mit seinem romanischen Triumphkreuz und dem spätgotischen Sakramentshaus aus Kalkstein. Besondere Beachtung verdient auch eine Pieta des 14. Jahrhunderts aus Lindenholz sowie die Wandgemälde des Querschiffes. Die kunstvollsten und liturgisch bedeutsamsten Gegenstände der Fritzlarer Kirche befinden sich in der Schatzkammer des Dommuseums.

Weltbekannt das große romanische Altar- und Vortragekreuz, das so genannte "Heinrichskreuz" - ein Geschenk Kaiser Heinrich II. Ebenso eindrucksvoll das einzigartige romanische Scheibenreliquiar sowie zahlreiche andere Gegenstände von der Romanik bis zum Rokoko. Prunkvoll auch die ausgestellten Monstranzen, darunter die ältesten des deutschsprachigen Raumes. (mo)
 


Aktuelle Öffnungszeiten: Wohnmobilstellplatz "Ederaue"

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Der Wohnmobilstellplatz ist vom 01.12.2017 bis 18.12.2017 geöffnet.

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