Rathaus mit Türmchen. Das untere Stockwerk ist aus Sandstein mit leicht rötlicher Farbe gebaut. Die beiden oberen Stockwerke sind aus Fachwerk mit blaugrauem Schiefer verkleidet und von einer Reihe von Fenstern versehen, hinter denen sich die Büros der Verwaltung befinden. Das Dach ist ebenfalls mit blaugrauem Schiefer gedeckt. Im rechten Bereich sind vor dem Gebäude noch zwei Bäume zu sehen.

Rathaus & Politik

Hessischer Archivpreis


Onlinezugangsgesetz und Digitalisierung ist derzeit in aller Munde. Wie wird Verwaltung online präsent und vor allem für den Bürger zugänglich – Fragen, mit denen sich Deutschlands Rathäuser derzeit auseinandersetzen müssen. Ein Bereich, von dem man das vielleicht nicht auf den ersten Blick vermutet, ist das Archiv. Aber hier hat sich in letzter Zeit viel in Fritzlar getan. Seit dem vergangenen Jahr können sich alle Interessierten online über die Bestände des Stadtarchivs informieren (https://www.fritzlar.de/leben-wohnen/stadtportrait/stadtarchiv/), was mit dem Hessischen Archivpreis nun gewürdigt wurde.

Bürgermeister Spogat hob in seiner Festrede die Arbeit hervor, die dahintersteckte. „Seitdem Herr Dr. Wirkner vor zwei Jahren die Leitung des Archivs übernommen hat, ist es ihm und seinen Mitarbeiterinnen Frau von Gilsa und Frau Faupel gelungen, sämtliche bestehenden Kataloge in mühsamer Kleinarbeit zu digitalisieren. Die teils schlecht lesbaren Findbücher aus den 1960er Jahren mussten händisch abgetippt, digital konvertiert und in das hessische Archivinformationssystem Arcinsys eingelesen werden. Das Archiv zeigt sich im Spitzenhaus nach außen weiterhin traditionell, nun aber innen modern, transparent und technisch auf der Höhe der Zeit“.

Dr. Quadflieg, Vorsitzender des Verbands deutscher Archivarinnen und Archivare e.V., unterstrich den Vorbildcharakter, den das Archiv mit seiner Digitalisierung nun in Hessen einnehme. „Die Auszeichnung erhalten Sie, da Sie sich um die Sicherung und Zugänglichkeit Ihres Archivguts verdient gemacht haben. Sie sind vielleicht nicht das größte, aber sicherlich eines der bestgeordnetsten Archive in Hessen.“ Der Verband verleiht diese Auszeichnung seit 2005 gemeinsam mit der Sparkassenkulturstiftung, in diesem Fall aufgrund von Corona jetzt nachträglich für das vergangene Jahr. Die stv. Geschäftsführerin der Stiftung Frau Schlabach überreichte den Preis schließlich mit einem Augenzwinkern, diesen gleichzeitig als Ansporn zu sehen, die Arbeit so fortzusetzen wie bisher. „Ihre Arbeit ist weit über Ihre Stadtgrenzen hinaus bekannt, daher freue ich mich, Ihnen diese Auszeichnung aufgrund mehrerer Vorschläge durch externe Nutzer Ihrer Sammlung zu verleihen“.

Dr. Wirkner dankte abschließend nicht nur seinen Kolleginnen, sondern vor allem auch seinem Vorgänger Clemens Lohmann. Die Coronazeit hätten sie genutzt, nun ein Ordnungssystem zu schaffen, was auch in Zukunft bestand hält. Das Preisgeld soll daher nicht für eine einmalige Aktion, sondern nachhaltig bspw. in den Kauf eines speziellen Scanners oder einer Spiegelreflexkamera investiert werden, sodass auch Archivgut selbst besser digitalisiert werden kann.