Zeittafeln zur Stadtgeschichte von Fritzlar

(im Original während der Öffnungszeiten im Bürgerbüro frei zugänglich)

Radierung, Frans Hogenberg (1535-1590), Kuperstecher und Radierer
Radierung, Frans Hogenberg (1535-1590, Kupferstecher und Radierer)


Eine eindrucksvolle Ansicht von Fritzlar schuf Frans Hogenberg (1535 – 1590), Kupferstecher und Radierer, im 16. Jahrhundert mit einer nachkolorierten Radierung. Die linke Vignette zeigt das Wappen des Mainzer Kurfürsten und Erzbischofs Daniel Brendel von Homburg (1555 – 1582) im Lorbeerkranz. Rechts ist ein leerer Schild für das Stadtwappen von Fritzlar, welches dem Zeichner unbekannt war.


Vorwort

Zu den wertvollsten Schätzen, die Fritzlar besitzt, zählt seine bewegte 1300-jährige Geschichte. Fritzlar erlebte ereignisreiche und wechselvolle Zeiten.

Bonifatius, der angelsächsische Missionar und Erzbischof, fällte im Schutz der fränkischen Grenzfestigung Büraburg die dem germanischen Gott Donar geweihte Eiche. Aus deren Holz baute er ein Bethaus und gründete ein Benediktinerkloster. Die Entstehung der Siedlung Fritzlar geht auf das Wirken von Bonifatius zurück.

Mit Reichstagen, Synoden, einer Königserhebung und Aufenthalten der deutschen Kaiser und Könige erlangte Fritzlar historische Bedeutung im fränkischen Reich und bei der Entstehung und Entwicklung des heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

Unter König Heinrich IV. wurde Fritzlar zu einer Mainzer Exklave in Hessen.

In den folgenden Jahrhunderten ist die Geschichte der Stadt durch die Zugehörigkeit zum Kurfürstentum und Erzbistum Mainz geprägt. Die expansive Territorialpolitik der Erzbischöfe und Kurfürsten führte zu militärischen Auseinandersetzungen mit den Landgrafen von Thüringen und Hessen.

Bedeutendstes Bauwerk der Stadt ist noch heute die imposante vierschiffige, romanisch-gotische Basilika St. Peter. Sie zeugt von der herausragenden Stellung von Fritzlar im Mittelalter.

Die Kurfürsten ließen Fritzlar zu einem Mainzer Stützpunkt ausbauen. Fritzlar wurde zur befestigten, wehrhaften Stadt.

Wirtschaftliches Wohlergehen erlangte Fritzlar im 13.  und 14. Jahrhundert. Der Handel mit Wolle, Tuch und Getreide florierte. Die Michaelsbruderschaft betrieb Fernhandel bis Flandern und Russland.

Reformation und Gegenreformation führten im 16. Jahrhundert zu Unruhen und Vertreibungen.

Vom Ersten und Zweiten Weltkrieg blieb Fritzlar weitgehend verschont. Die historische Bausubstanz überstand unversehrt.

Im 20. Jahrhundert entwickelt sich Fritzlar zu einem wirtschaftlichen Mittelzentrum im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis.

Die Zeittafeln geben eine Übersicht und Einblicke in die Geschichte der Dom- und Kaiserstadt, die man bei einem Besuch des Stadtmuseums und bei Stadtführungen vertiefen kann.

Fritzlar, im Jahr 2025


Tafel 1: 3. Jahrtausend vor Christus bis 782

Epoche Vorgeschichtliche Besiedelung Niederhessen; 723 - 1066 nach Christus



 Vorgeschichtliche Besiedelung Niederhessen


3. Jahrtausend vor Christus


Das Steinkammergrab
bei Fritzlar-Züschen


Das Steinkammergrab von Fritzlar beim Stadtteil Züschen, war die Begräbnisstätte einer vorgeschichtlichen Siedlungsgemeinschaft. Über Jahrhunderte hinweg wurden dort Tote bestattet.

In diesem Grab fand man Skelettreste von 27 Toten, 46 Schädel und einige Grabbeigaben.

Man geht von 200 - 300 Bestatteten aus. Eingeritzte Symbole und Bildzeichen an den Wandsteinen machen die Grabkammer besonders bedeutsam. Sie gehört zu den wichtigsten vorgeschichtlichen Bodendenkmäler in Mitteleuropa.

Die rechtwinklige in den Boden einelassene Grabkammer ist 20 m lang und 3,50 m breit.

Die Längswände bestehen aus zwei Reihen von je 12 rechteckigen Sandsteinplatten, wovon eine fehlt. Jeweils eine Platte begrenzt die Schmalseiten.

Eine Abschlussplatte mit einem kreisrunden Seelenloch von 50 cm Durchmesser trennt die Grabkammer von einem Vorraum.

Vgl.: Kappel, Irene: "Das Steinkammergrab von Züschen - Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland, Band 8, Der Schwalm-Eder-Kreis", Konrad Theiss Verlag Stuttgart, 1986, S. 106-111


7./8. Jahrhundert n.Chr.


Die fränkische Büraburg

Schematischer Grundrissplan der Büraburg


Die Burg liegt strategisch günstig auf dem Büraberg etwa 3 km westlich von Fritzlar oberhalb der Eder.

Die markante Erhebung war bereits in der Jungsteinzeit besiedelt, wie Grabungsfunde belegen.

Die frühmittelalterliche Grenzfestung wurde errichtet zum Schutz gegen die heidnischen und feindlichen Sachsen.

Der Plan zeigt eine Burganlage mit etwa acht Hektar Innenraum, einer Mörtelmauer, Türmen, zwei Toren und der St. Brigida Kirche im Mittelpunkt. Im Westen und Osten sind in blau vorgelagerte Gräben und Wälle dargestellt.




Die merowingische Kirche St. Brigida

Kirche St. Brigida, Büraberg Ungedanken


Im Zentrum der Büraburg steht die Kirche, die mit ihrem ursprünglichen Mauerwerk zu den ältesten Kirchen nördlich des Limes gehört.

741 bis 755 war sie Bischofskirche des Hessenbistums Büraburg unter Witta, der von Bonifatius eingesetzt wurde.






Vgl.: Vortrag von Bärbel Berghus am 08.09.2019, Tag des offenen Denkmals in St. Brigida.


 723 - 1066 nach Christus


723 / 724


Hl. Winfried-Bonifatius (673-754)


Bonifatius lässt die heidnische Donar-Eiche bei Geismar fällen. Abb. 16 in "Wigand Gerstenberg von Frankenberg (1457-1522)". Die Bilder aus seinen Chroniken, Marburg 2007


Er wählte die Büraburg als Missionsstützpunkt in Norhessen und fällte das chattische Heiligtum, eine dem germanischen Gott Donar geweihte Eiche.

Er baute mit dem Holz der Eiche ein Bethaus, weihte es St. Peter und gründete ein Benediktinerkloster (1. Abt Wigbert).





Angelsachse, Missionar, Apostel der Deutschen, Erzbischof

Sockelbild aus dem Bonifatiusfenster in der Basilika St. Peter in Fritzlar (Glas- und Monumentalmaler Fritz Geiges, Freiburg i.Brsg., 1914)





Bonifatius missionierte in Hessen, Thüringen und Bayern.

Kirche und Kloster wurden zum Ausgangspunkt für die Entwicklung der Siedlung Fritzlar.


732


Hl. Wigbert (670 - 740)
Missionar und Begleiter von Bonifatius

Ausschnitt aus dem Wigbertfenster in der Basilika St. Peter in Fritzlar (Glasmaler Fritz Geiges, Freiburg i.Brsg., 1914)


Bonifatius setzte Wigbert als ersten Abt des Benediktinerklosters in Fritzlar ein.

Wigbert baute die erste Steinkirche und gründete die erste hessische Klosterschule, eine bedeutende Ausbildungsstätte für den geistlichen Nachwuchs.

Wigbert starb in Fritzlar. Sein Hochgrab mit Reliquien befindet sich in der Krypta der Basilika St. Peter in Fritzlar.

Die Legende berichtet: Als Wigbert der nötige Messwein fehlte, presste er den Saft einer frisch gepflückten Traube, der sich in Wein verwandelte.


742


Büraburg wird Bischofssitz

Hl. W. Bonifatius (673-754), Sockelbild aus dem Bonifatiusfenster in der Basilika St. Peter in Fritzlar (Glasmaler Fritz Geiges, Foto: Michael Auerbach)


In der Büraburg erhob Bonifatius seinen Landsmann Witta (670 - 745) zum Bischof.

Die fränkische Burg schützte den Bischofssitz.

Papst Zacharias (679 - 752) bestätigte im Jahr 743 Amt und Weihe Wittas.

Nach dem Tod Wittas wurde das Hessenbistum dem Bistum Mainz angegliedert.

Vgl.: de.wikipedia.org/Witta-von-Büraburg


774


Erste Zerstörung Fritzlars 
durch die Sachsen

Abb. 27 in Wigand Gerstenberg von Frankenberg 1457-1522, Marburg 2007


Karl der Große war 773 zur Unterstützung des Papstes Hadrian I. (reg. 772 - 795) gegen die Langobarden zum Feldzug nach Italien aufgebrochen.

Die Sachsen nutzten die Abwesenheit des Königs und fielen in Nordhessen ein.

Fritzlar wurde niedergebrannt. Die steinerne romanische Kirche widerstand dem Angriff.

Die Bewohner des Edergebietes flohen in die Büraburg und verteidigten die Festung erfolgreich.

Vgl.: de.wikipedia.org/Witta-von-Büraburg 
Vgl.: Abb.27, in Wigand Gerstenberg von Frankenberg, 1457-1522; Marburg 2007


782


Karl der Große (747 - 814) übergibt eine Schenkungsurkunde an Fritzlarer Mönche

Sockelbild aus dem Bonifatiusfenster in der Basilika St. Peter in Fritzlar (Glasmaler Fritz Geiges)


Nach dem Sachsenüberfall im Jahr 774 auf Fritzlar und die Büraburg nahm Karl der Große das Kloster und die Siedlung Fritzlar in den Reichsbesitz und schenkte dem Kloster Land.

Das Kloster stand damit unter dem besonderen Schutz des Königs.


Tafel 2:  919 nach Christus bis Ende des 13. Jahrhunderts

Epoche ca. 350 Jahre zum fränkischen / ostfränkischen Reich (723 - 1066); ca. 740 Jahre zum Erzbistum Mainz (1066 - 1803)


 ca. 350 Jahre zum fränkischen / ostfränkischen Reich (723 - 1066) 


919


König Heinrich I. (876 - 936)


König Heinrich I., Abb. 33 in "Wigand Gerstenberg von Frankenberg", Marburg 2007


Sachsenherzog Heinrich wurde auf Empfehlung seines Vorgängers König Konrad I. (881 - 918) in Fritzlar von Sachsen und Franken zum König der Ostfranken erhoben, eine Handlung von historischer Tragweite.

Aufsehen erregte damals, dass Heinrich I. auf Krönung und Salbung durch Erzbischof Heriger von Mainz (+927) verzichtete.

Heriger erkannte das Königtum dennoch an.


Um 1005


Umwandlung des Benediktinerklosters in das freiere Chorherrenstift St. Peter

Kurie in der Fischgasse


Das Stift wurde von einem Probst und nicht mehr von einem Abt geleitet.

Die Chorherren lebten der Ehelosigkeit verpflichtet ein Leben lang in einem eigenen Hausstand, den sogenannten Kurien.

Ende des 14. Jahrhunderts wurden 18 Kurien schriftlich erwähnt.

Viele Chorherren waren als akademische Lehrer bis 1803 am St. Peter-Stift tätig.

Die abgebildete Kurie in der Fischgasse wurde um 1400 erbaut.

Das Stift wurde 1803 aufgelöst.

Vgl.: Schulze, Hans, K.: "Das Chorherrenstift St. Peter zu Fritzlar im Mittelalter" in "Fritzlar im Mittelalter", Festschrift zur 1250-Jahrfeier, Fritzlar 1974, S. 152


Um 1066


Fritzlar kommt in Mainzer Besitz


Abb: Heinrich IV.,  Darstellung in wikipedia.org/HeinrichIV.


Unter König Heinrich dem IV. (1050 - 1106) kam Fritzlar aus dem Reichsbesitz an das Erzbistum Mainz.

Der erst 16-jährige Heinrich IV. erkrankte in Fritzlar schwer. Am Krankenlager stand ihm Erzbischof Siegfried I. von Mainz (+1084) bei.

Es wird vermutet, dass der junge König nach seiner Genesung den Beistand mit der Schenkung an Mainz vergolten hat.


  ca. 740 Jahre zum Erzbistum Mainz (1066 - 1803) 


Juni 1079


Legaten des Papstes verhandeln in Fritzlar

Ausschnitt aus dem Fenster der Geschichte in der Basilika Str. Peter in Fritzlar (Glasmaler Otto Linnemann, Frankfurt a.M., 1936), Foto: Michael Auerbach


Die päpstlichen Gesandten verhandelten in Fritzlar mit den Vertretern des Königs Heinrich IV. und des Gegenkönigs Rudolf von Rheinfelden erfolglos.

Der Investiturstreit (1076 - 1122) wr eine Auseinandersetzung zwischen Kaiser und Papst um das Recht der Amtseinsetzung von Geistlichen.

König Heinrich IV. fügte sich Papst Gregor VII. nicht. Dieser verhängt den Bann. Die Fürsten verweigerten Heinrich die Gefolgschaft.

Im Winter 1077 zog Heinrich nach Canossa. Er zeigte Reue und unterwarf sich dem Papst. Der Investiturstreit endete 1122 mit der Einigung von Papst Calix III. und Kaiser Heinrich V. im Wormser Konkordat.


Sommer 1079


Die zweite Zerstörung Fritzlars
durch Rudolf von Rheinfelden 

Schlachtszene aus: wikipedia.org/wiki/Rudolf-von-Rheinfelden


Nach vergeblichen Verhandlungen zwischen den Widersachern stellte sich Erzbischof Siegfried I. von Mainz (+1084) auf die Seite des Gegenkönigs Rudolf von Rheinfelden.

König Heinrich IV. entzog dem Mainzer alle Rechte in Fritzlar. Damit wurde Fritzlar für Rudolf eine feindliche Stadt, die er vollkommen zerstörte.

Heinrich konnte fliehen.


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Grabplatte des Rudolf von Rheinfelden, wikipedia


Die Radierung (Bernhard Rode 1781) zeigt den schwer verwundeten Rudolf von Rheinfelden, der in der Schlacht von Hohenmölsen 1080 von Heinrich IV. besiegt wurde. Ihm wurde die Hand abgeschlagen, mit der er einst Heinrich IV. die Treue geschworen hatte.

Die Bronzegrabplatte im Merseburger Dom zeigt den Gegenkönig mit Bügelkrone, Reichsapfel und Zepter


1085 - 1118


Erste Bauphase Basilika St. Peter

Abb. aus "Fritzlar - Die alte Dom- und Kaiserstadt und ihre Kunstschätze", Katzmann Verlag, Tübingen, 1974, S. 7


Wormser Bauleute errichteten eine große, flachgedeckte dreischiffige Basilika mit Querhäusern und einem gerade abgeschlossenen Chor.

Quadratische Nebenchöre mit halbrunden Apsiden wurden dem Chor am Ende der Bauzeit angefügt.

Von diesem romanischen Bauwerk sind große Teile noch im heutigen Dom erhalten.

Vgl.: Rauch / Katzmann: "Fritzlar - Die alte Dom- und Kaiserstadt und ihre Kunstschätze", Katzmann Verlag Tübingen, 1974, S. 7, Abb. ebenda


Ab 1100


Mittelalterliche Stadtbefestigung

Radierung, Frans Hogenberg (1535-1590), Kuperstecher und Radierer
Abb. Radierung 1576, Frans Hogenberg

Fritzlar wurde als Mainzer Exklave zu einem Eckpfeiler der erzbischöflichen Territorialpolitik

Mainz förderte Fritzlar und baute es zu einem militärischen und wirtschaftlichen Mittelpunkt aus. Dadurch gerieten die Erzbischöfe und späteren Kurfürsten zunehmend in Konflikt mit den thüringisch-hessischen Landgrafen. Militärische Auseinandersetzungen waren die Folge.

Im Zuge dieser Entwicklung wurde Fritzlar ab dem 12. Jahrhundert mit einer Ringmauer mit Toren und Wehrtürmen befestigt.

Grauer Turm
Grauer Turm


Im 14. Jahrhundert errichtete man an den Gemarkungsgrenzen von Fritzlar insgesamt sieben Warten als Beobachtungsposten.

Im 15. Jahrhundert war die Fritzlarer Stadtbefestigung eine eindrucksvolle und starke Wehranlage:

  • Länge der Stadtmauer 2,5 km
  • Sieben Tortürme
  • 23 Wehrtürme
  • Sieben befestigte Warten im Vorfeld der Stadt
  • Trockengräben vor der Stadtmauer zur Stärkung der gefährdeten Nordseite




Während des Siebenjährigen Krieges wurden die Wehranlagen abgetragen (1761-1762).


Hellenwarte

Heute sind noch erhalten:

  • Teile der Stadtmauer ca. 2,5 km
  • 9 Wehrtürme, darunter der "Graue Turm"
  • 5 Warten



Vier-Türme-Blick
Vier-Türme-Blick

Vgl. 1. Demand, Karl, E.: "Fritzlar im Mittelalter", Festschrift zur 1250 Jahrfeier, 1974, S.287 ff. 
2. Balli, Brüggemeier, Burchart, Leise, Lohmann: "Liebenswertes Fritzlar" Felsberg, 1999, S. 22-26


1109


Vogt- und Rathaus zu Fritzlar

Rathaus Fritzlar
Rathaus Fritzlar

Im Vogthaus des Erzbistums Mainz hielt der Vogt jährlich drei Tage lang Gericht.

1266 wurde das Amt des Bürgermeisters eingesetzt, das Vogthaus wurde zum Rathaus.

Es gilt als eines der ältesten Amtshäuser von Deutschland.


1118


Norbert von Xanten (1085 - 1134)
in der Synode in Fritzlar

Ausschnitt aus dem Fenster der Geschichte in der Basilika St. Peter in Fritzlar (Glasmaler Otto Linnemann, Frankfurt a.M., 1936)

Mehreren Quellen zufolge warf ihm die Amtskirche vor, ohne Auftrag zu predigen und sich nicht standesgemäß zu verhalten, weil er Kritik am Lebenswandel des Klerus übte.

Vor dem päpstlichen Legaten Kuno von Präneste verteidigte er sich erfolgreich.

In Prémontré, Frankreich, stiftete er den Prämonstratenser-Orden.

1126 wurde er zum Erzbischof von Magdeburg berufen.

Vgl.: 1. www.mittelalter-lexikon.de/wiki/Norbert_von_Xanten
Vgl.: 2. de.wikipedia.org/wiki/Synode_in_Fritzlar_(1118)
3. www.deutsche-biographie.de


1171 - 1232


Zweite Bauphase Basilika St. Peter

Grundriss aus Rauch/Katzmann, S. 7-8, Foto: Michael Auerbach

Baumängel erforderten einen Umbau, durch den die Basilika im Großen und Ganzen ihre heutige Gestalt erhielt.

Der Hauptchor wurde um eine polygonale Apsis erweitert.

Eine Einwölbung erfolgte an Chor, Querhäusern und Langhaus.

Das romanische Süd-Seitenschiff ersetzte man im 14. Jahrhundert durch ein gotisches Seitenschiff und ein gotisches Nebenschiff.

Aus dieser Zeit datiert auch die am nördlichen Querarm angefügte gotische Marienkapelle.

Vgl.: Rauch / Katzmann, S. 7-8






Dom Fritzlar, Doppelturm-Westfassade
Dom Fritzlar, Doppelturm-Westfassade, Foto: Michael Auerbach

Am 7. Dezember 1868 riss ein Orkan den Südturmhelm herunter, des das Langhaus durchschlug. 21 Menschen starben.

1873 ersetzte man die Turmhelme durch zwei Rautenhelme in der jetzigen Gestalt.

Das Foto zeigt die heutige Doppelturm-Westfassade mit der Vorhalle aus dem 13. Jahrhundert.

Der Brunnen (Kump) davor diente der mittelalterlichen Wasserversorgung. Man fand hölzerne Wasserrohre, die vom Edermühlgraben zum Kump führten.

Rechts ist die Rückseite des Bonifatiusdenkmals (1999) zu sehen.



1232


Dritte Zerstörung durch Landgraf Konrad von Thüringen (1204 - 1247)

Belagerung Fritzlars, Zeichnung Rolf Henn

Das über Jahrhunderte militärisch und politisch angespannte Verhältnis zwischem dem Erzbistum Mainz und der Landgrafschaft Thüringen-Hessen führte 1232 zur Belagerung, Plünderung und Zerstörung Fritzlars durch Konrad.

Die Plünderung der Stiftskirche hatte für Landgraf Karl empfindliche Folgen.

Papst Gregor IX. (1167 - 1241) verhängte Acht und Bann über ihn.








Karikatur Rolf Henn (LUFF)



Konrad musste den Wiederaufbau der Stadt finanzieren, um sich von dem  Bann zu lösen.

Als die Thüringer abzogen, da liefen die Weiber auf die Mauern, hoben ihre Röcke und "hingen ere nackeden arsche uwer de cynnen". Wutenbrannt kehrten die Thüringer um und nahmen die Stadt im Sturm.




Vgl.: Balli, Brüggemeier, Burchart, Leise, Lohmann: "Liebenswertes Fritzlar", a.a.O., 1999, S. 11


1237 - 1244


Franziskaner (Minoriten) gründen in Fritzlar ein Kloster

Ausschnitt aus dem Fenster der Geschichte in der Basilika St. Peter in Fritzlar (Glasmaler Otto Linnemann, 1936)


Elf Jahre nach dem Tod des Ordensgründers Franz von Assisi errichteten die Minoriten in Fritzlar ihre Niederlassung und bauten ihr Kloster.

Erzbischof Siegfried III. von Mainz (1194 - 1249) unterstützte das Vorhaben.

Das Kloster bestand bis 1811.


Vgl.: Ellwardt, Kathrin: "Vom Minoritenkloster zur Evangelischen Stadtkirche", Oktober 2001, S. 10-11, 19


1260


Fraumünsterkirche

Fraumünsterkirche

Umfasst von einer hohen Steinmauer steht die Kirche östlich der Stadt Fritzlar und gehört zum Stadtteil Obermöllrich.

Der Name bedeutet, dass die Kirche der Gottesmutter Maria (Frau) geweiht ist.

Das Wort "Münster" ist abgeleitet von "monasterium", was Kloster bedeutet.

Das Kirchenschiff weist in der Südmauer romanisches Mauerwerk auf.

1676 erhielt die Kirche einen Fachwerkaufbau mit Dachreiter.


Ende des 13. Jahrhunderts


Augustinerinnen in Fritzlar

Ursulinenschule Fritzlar

1254 errichteten Augustinerinnen ein Kloster und Armenhospital am Südhang der Basilika außerhalb der Stadtmauer, ein halbes Jahrhundert später die bis heute erhaltene St. Katharinenkirche.

Das Kloster wurde 1538 aufgelöst.

1711 gründeten drei Ursulininnen einen neuen Konvent in Fritzlar.

Die Grundsteinlegung des neuen Klostergebäudes erfolgte 1713 mit einer Schule und einem Pensionat für Mädchen.

Unter dem Namen Ursulinenschule Fritzlar existiert die Schule bis heute.


Tafel 3:  1308 bis 1821

 ca. 740 Jahre zum Erzbistum Mainz (1066 - 1803) >


1308


Heilig-Geist-Kapelle und
Hospital am Mühlengraben

Foto: Michael Auerbach


Die Stadt Fritzlar errichtete 1308 vor der Stadtmauer am fließenden Gewässer, dem Mühlengraben, ein städtisches Hospital (Pflegeeinrichtung) mit einer Kapelle.

Während der Reformation predigte Jost Runke für die Protestanten in dieser Kirche.

Das Hospital wurde 1824 in das aufgehobene Minoritenkloster an der Evangelischen Stadtkirche verlegt.

Daraus entwickelte sich das heutige Krankenhaus "Hospital zum Heiligen Geist"


Um 1330


Bau der Minoriten Kirche

Evangelische Stadtkirche, Foto: Michael Auerbach


Bis zur ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde die Minoritenkirche der Franziskanermönche fertiggestellt. Deren Kloster bestand bis 1811.


Grundriss

Die Kirche ist eine gotische Hallenkirche mit einem asymetrischen Seitenschiff und Maßwerkfenstern, die viel Licht spenden. 

Als eine Bettelsordenkirche entwickelten die Bauherren einen schlichten Architekturstil ohne Querhaus und Turm im Gegensatz zur Monumentalität der gotischen Kathedralen.


13. und 14. Jahrhundert


Michaelsbruderschaft

Gildehaus Marktplatz, Foto: Michael Auerbach
Gildehaus Marktplatz, Foto: Michael Auerbach


Eines der schönsten spätmittelaltelichen Fachwerkhäuser am Marktplatz ist das 1475 - 1480 erbaute Kontorsgebäude der Michaelsbruderschaft.

Am Mittelständer ist als Skulptur St. Michael zu sehen, der mit dem Flammenschwert das Böse bekämpft.

St. Michael bekämpft mit dem Flammenschwert das Böse.

Michael ist der Patron der Kaufleute, nach ihm nannte sich die Bruderschaft angesehener Bürger.

Die Kaufleute beherrschten das wirtschaftliche und politische Leben der Stadt.



Sie waren als Großhändler tätig und unterhielten Beziehungen bis nach Flandern und Nowgorod in Russland.

Mitte des 19. Jahrhunderts löste sich die Bruderschaft auf.

Heute wird das Gebäude als Wohn- und Geschäftshaus genutzt.


1348 / 1483


Die Pest in Fritzlar

Vgl: Hinz, Berthold in: "Dom St. Peter zu Fritzlar", Opal-Verlag, Kassel, 2002, Foto: Michael Auerbach


Mehrfach wütete die Pest in Fritzlar, der große Teile der Bevölkerung zum Opfer fielen.

Am Eingang zur Krypta im Dom St. Peter sind die Grabplatten zweier Brüder aufgestellt, die beide 1348 im Jahr der großen Pest gestorben sind.

Links: Ritter Johann von Falkenberg

Rechts: Hermann von Falkenberg, der als Geistlicher ein Chrogewand und einen Manipel über dem linken Arm trägt


1427


Mainzisch-Hessischer Krieg

Schlacht bei Udenborn, Abb. regiowiki.Jena.de/Schlacht bei Udenborn/Englis


Im Kampf um die Vorherrschaft in Hessen kämpften die Heere des Landgrafen Ludwig I. von Hessen (1402 - 1458) und des Erzbischofs von Mainz, Konrad III. von Dhaun (1380 - 1434) bei Fritzlar und Fulda.

Durch den Sieg Ludwigs büßte Fritzlar seine führende Rolle in Niederhessen ein.

Die Landgrafen von Hessen nahmen gegen ein "Verteidigungsgeld" Dechant und Kapitel der St. Peter Kirche zu Fritzlar unter ihren Schutz.


Ab 1523


Reformation in Fritzlar


Reformator Martin Luther

Martin Luther (1483 - 1546), Augustinermönch und Reformator, erschütterte das kirchliche und gesellschaftliche Leben im Deutschen Reich.

Fritzlar wurde bis auf Dom St. Peter und Stift protestantisch. Die Gegenreformation (1545 - 1648) brachte erneut Unruhen.

Nach dem Augsburger Religionsfrieden 1555 wurde Fritzlar wieder katholisch und blieb eine Mainzer Exklave in der protestantischen Landgrafschaft Hessen.

Kurfürst und Erzbischof von Mainz Daniel Brendel von Homburg (reg. 1555 - 1582) versprach den Protestanten in Fritzlar Duldung.

Von 1559 herrschte eine Zeitlang ein tolerantes Miteinander.


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Abb.: Digitalisierter Originalbrief Luthers an Johann Friedrich von Sachsen, 1526 - aus dem Staatsarchiv Coburg, LA B 2431, Nr. 1


Wigand Güldenapf aus Fritzlar (1470 - 1533) war Lateinlehrer des jungen Luthers in Eisenach. Güldenapf war von Luther hoch geschätzt.

Als die Pensionszahlungen an Güldenapf ausblieben, setzte sich Luther 1526 brieflich beim Landesfürsten Johann Friedrich von Sachsen für ihn ein.

Im Martin-Luther-Haus in Fritzlar gibt es einen Wigand-Güldenapf-Raum.


1564


Rolandsbrunnen auf dem Fritzlarer Marktplatz

Foto: Michael Auerbach


1564 wurde er im Stil der Renaissance mit einem Durchmesser von sieben Metern erbaut.

Die Säule mit Wasserspeiern und Wappen trägt die Rolandsfigur mit Schild und Fahnenlanze als ein Zeichen des königlichen Schutzes des Marktes.

Das Wasser wurde durch Holzrohre vom Mühlengraben zum Brunnen gepumpt.

Ein solches Rohr ist im Stadtmuseum erhalten.


1580 / 1590


Hochzeitshaus


Foto: Michael Auerbach


Das Bauwerk gehörte ursprünglich zu einem Wirtschaftshof des Klosters Haina.

Eines der größten Fachwerkhäuser in Hessen wurde als Festhaus der Fritzlarer Bürgerschaft errichtet. Später wurde es als Lager, Lazarett, Kaserne, Wohnhaus und Schule genutzt.

Nach 1956 war darin ein Museum für Vor- und Frühgeschichte, Volkskunde und Stadtgeschichte eingerichtet.

2018 - 2022 wurde es renoviert und als stadtgeschichtliches Museum neu gestaltet.


1618 - 1648


Dreißigjähriger Krieg


Der Kupferstich von Matthäus Merian dem Älteren zeigt den militärischer Aufmarsch in und um Fritzlar (Druckerei Karl Strube)


Mehrfache Besetzungen, Teilzerstörungen und Plündereien vernichten die Wirtschaftskraft der Stadt. Die Bevölkerungszahl sank von ca. 2.500 auf ca. 400 Einwohner.

Kaiserliche Truppen unter Fürst Piccolomini verschanzten sich in Fritzlar, schwedische Truppen unter General Banér rückten zwischen Züschen und Dorla vor.

Es gab einzelne Scharmützel, kam jedoch nicht zur Schlacht.

Die Schweden zogen sich Richtung Wildungen zurück.

Die kaiserlichen Truppen zogen nach Wolfhagen und Warburg.

Hessen-Cassel wurde reformiert, Hessen-Darmstadt blieb lutherisch.

Vgl.: Balli, Brüggemeier, Burchart, Leise, Lohmann: "Liebenswertes Fritzlar", Druckerei Karl Strube, Felsberg, 1999, S. 33


1811 / 1817


Minoritenkirche wird evangelische Pfarrkirche

Nepomuk Altar, Foto: Michael Auerbach


Jérome, König von Westphalen (reg. 1807 - 1813) löste 1811 das Minoritenkloster auf.

Kurfürst Wilhelm I. von Hessen-Cassel (1743 - 1821) überließ 1817 die Klosterkirche der evangelischen Gemeinde in Fritzlar.

Der Nepomuk-Altar von 1735 steht seit 1982 im Chor. In seinem Retabel steht im Mittelpunkt der hl. Johannes Nepomuk. Links von ihm ist die hl. Elisabeth zu sehen, die einem Bedürftigen eine Gabe reicht. Rechts steht vermutlich die hl. Anna mit einem Buch in der rechten Hand. Die Bekrönung bildet die hl. Maria.

800 Jahre Kirchengeschichte spiegeln sich in der Architektur und der Innenausstattung der Fritzlarer Stadtkirche.

Vgl.: Ellwardt, Katrin: ebenda


1820 - 1830


Malerwinkel


Abb.: "Malerwinkel", Ernst Metz (1892-1973), Gouache, 1964


Am Mühlengraben hat man einen besonderen Blick auf die mittelalterliche Brücke, den Winterturm und den St.-Petri-Dom.

Das Gemälde von Ernst Metz stellt Fritzlar im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts idealisiert dar.

Kurhessische Husaren reiten über die Brücke. Sie waren von 1815 - 1831 in Fritzlar stationiert.

Vgl.: Balli, Brüggemeier, Burchart, Leise, Lohmann: "Liebenswertes Fritzlar", Druckerei Karl Strube, Felsberg, 1999


1821


Domgemeinde St. Peter kommt zum Bistum Fulda

Abb.: www.bing.com.de


Als Folge des Reichsdeputationshauptschlusses (1803) und des Wiener Kongresses (1814 - 1815) kam es im Jahr 1821 zur Reform der Bistümer in Deutschland.

Seitdem gehört die katholische Domgemeinde St. Peter zum Bistum Fulda.


1761 - 1762


Plünderungen und Zerstörung im 
Siebenjährigen Krieg

 Foto der Inschrift: Michael Auerbach


Im Machtkampf europäischer Großmächte wurde Fritzlar von französischen Truppen besetzt.

Im Februar 1761 beschossen braunschweigische Soldaten die Stadt mit Kanonen.

Die unterlegenen Franzosen kapitulierten und erhielten freien Abzug.

Mauern und Türme wurden schwer beschädigt. Die Stadtbefestigungen wurden abgetragen. Fritzlar war militärisch keine "feste Stadt" mehr.

Eine eingemeißelte lateinische Inschrift befindet sich an der Südwand der Hauptkrypta des Domes. Die Übersetzung lautet:

"Im Jahre Christi 725 wurde diese Kirche des heiligen Petrus vom heiligen Bonifatius, dem Apostel der Deutschen, der allerheiligsten Dreifaltigkeit geweiht und im Auftrag des hl. Bonifatius vom hl. Wigbert, dem Vorsteher dieser Kirche erbaut. Im Jahre 774 wurde sie zum ersten Male vor der Brandschatzung durch die heidnischen Sachsen bewahrt. Im Jahre 1761 wurde sie bei der Belagerung der Stadt im Kriege zum zweiten Mal gerettet nach der vom hl. Bonifatius dem hl. Wigbert gegebenen Prophezeiung: Diese deine Kirche wird immer vom Feuer verschont bleiben. Und sie blieb verschont.

Ob diese Inschrift im Spannungsfeld von Fakten, Deutungen und Mythen als historische Wahrheit gelten kann, sei dahingestellt.

Vgl.: 1. "Liebenswertes Fritzlar, S. 13; 2. Niederquell, Theodor: "Die Inschriften der Stadt Fritzlar", 1974, S. 16


1803


Reichsdeputationshauptschluss


Abb.: Museum Fritzlar


Mit diesem Gesetz wurden die weltlichen Fürsten für ihre linksrheinischen Gebietsverluste an Frankreich mit geistlichen Fürstentümern abgefunden.

Das Fürstentum Hessen-Cassel (1803 - 1866) erhielt u.a. Fritzlar.

Das Petersstift wurde im Zuge der Säkularisierung aufgehoben.

Die Abbildung zeigt das Dekret des Landgrafen Wilhelm IX. von Hessen-Cassel (1743- 1821) vom 14. September 1802.

Darin verfügt der Landgraf die Inbesitznahme von Fritzlar. Gleichzeitig versichert er landesväterliches Wohlwollen, Vorsorge und Schutz.


Tafel 4: 1866 bis 1974

 1813 - 1866 Kurhessen   1871 - 1918 Deutsches Kaiserreich  1918 - 1933 Weimarer Republik  1933 - 1945 zu Deutsches Reich / Nationalsozialismus Ab 1949 Land Hessen in der Bundesrepublik Deutschland


1866


Preußen annektiert Kurhessen

Ansichtskarte von 1898

Nach dem Deutschen Krieg (1866) fällt Kurhessen und damit Fritzlar an Preußen.

Seitdem ist Fritzlar Garnisonsstadt.

Auf einer Ansichtskarte von 1898 sind Fritzlarer Artilleristen bei einer Gefechtsübung abgebildet.

Burchart, Lohmann, Opfer: "Fritzlar - Ein Rundgang durch die Stadt in alten Photographien", Wartberg Verlag 1988, S. 12


1823 - 1890 / 1897 - 1938


1823 - 1890 Alte Synagoge
1897 - 1938 Neue Synagoge

Jüdisches Leben bestand in Fritzlar, Ungedanken, Züschen und anderen Orten der Region seit dem Mittelalter.

Abb.: neue Synagoge um 1930, Bild von Ph. Reinbold


Die neue Synagoge wude 1897 in der Neustädter Straße erbaut. Diskriminierung und Verfolgung seit 1933 gipfelten 1938 im Progrom der "Reichskristallnacht".

Es kam zu gewalttätigen Ausschreitungen gegen jüdische Einwohner

Ortsansässige SA- und Arolser SS-Angehörige verwüsteten die Synagoge. Eine Gedenktafel in der Neustädter Straße erommert am das Gottes- und Versammlungshaus.

Mit einer digitalen Rekonstruktion der Synagoge Fritzlar wurde ein virtuelles Modell erstellt, das im Stadtmuseum erlebbar ist.


Stolpersteine, Foto: Michael Auerbach

Die Stolpersteine Gunter Demmings erinnern an das Schicksal jüdischer Bewohner, die in der NS-Zeit verfolgt, vertrieben, deportiert, ermordet, zu Tode geschunden oder in den Suizid getrieben wurden.

Ausschnitt "Edith Stein" aus dem Liobafenster (Glasmaler: Hermann Gottfried), Foto: Michael Auerbach


Das Liobafenster entstand 1988 im Südseitenschiff des St. Petri-Doms. Monsignore Ludwig Vogel (1920 - 2014) initiierte das Fenster mit der Ordensfrau Edith Stein. Sie wurde als Jüdin 1942 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet.


Vgl.: Lohmann, Paulgerhard: "Der antijüdische NS-Rassenwahn und die Fritzlarer Juden 1933-1940"


1884


Eisenbahnanschluss an die Strecke
Wabern - Wildungen

Fritzlarer Bahnhof


Auf die Postkutsche folgte die Bahn. Ab 1884 konnten Reisende vom Fritzlarer Bahnhof aus mit der Bahn fahren. Wachsender Personen- und Güterverkehr förderte die Entwicklung; eine Verkehrswende im 19. Jahrhundert.

Aus den 1930er Jahren stammt das mechanische Stellwerk der Bauart JÜDEL, das der Fahrdienstleiter mit seiner Muskelkraft bis 2024 im Bahnbetrieb bediente.

mechanische Stellwerk der Bauart JÜDEL


2024 wurde die Bahnstrecke zum Hessentag modernisiert. Das mechanische Stellwerk wurde zurückgebaut. Heute werden die Weichen mittels elektrischer Antriebe und die Signale vom Fahrdienstleiter aus Kassel gestellt.

Kundendialog DB Regio Hessen / S-Bahn-Rhein-Main vom 05.06.2025


1889


Städtisches Elektrizitätswerk
Blaumühle

Städtisches Elektrizitätswerk Blaumühle


Mit dem Laufwasserwerk am Edermühlgraben begann die Stromproduktion in Fritzlar.

Eine Kaplan- und eine Francis-Turbine erzeugen etwa 1500-2000 MWh/Jahr, mit der heute ca. 600 Haushalte versorgt werden können.

Aus zwei Brunnen wird die Fa. Hengstenberg GmbH mit Brauchwasser für die Reinigung der angelieferten Kohlköpfe versorgt.


1933 - 1934


Der Weg in die nationalsozialistische Diktatur

Begeisterter Empfang von Reichsluftfahrtminister Hermann Göring auf dem Marktplatz in Fritzlar


In Fritzlar beendete das im Dezember 1933 erlassene Preußische Gemeindeverfassungsgesetz die demokratische Selbstverwaltung. Der Innenminister berief nach dem Führerprinzip den Bürgermeister, der Entscheidungen ohne den Gemeinderat treffen konnte.

Die Berufung der Magistratsmitglieder und der Stadtverordneten erfolgte auf Vorschlag des Gauleiters durch den Regierungspräsidenten.

1934 wurde der freigewählte Bürgermeister Dr. Erich Schnitzler abgesetzt und bis 1945 durch das NSDAP-Mitglied Fritz Heckmann ersetzt. Die von vielen unterstützten Nationalsozialisten schüchterten die Bevölkerung ein.


1935 - 1938


Militärflugplatz

Flugbetriebsgebäude (Tower) von1937 in einer Abbildung von 1945 überlassen vom KpfHbschrRgt36, Chronikfeldwebel


In der Ederniederung südlich der Stadt Fritzlar wurde im Rahmen der nationalsozialistischen Aufrüstung der Wehrmacht 1935 - 1938 der Fliegerhorst angelegt.

1938 zogen Teile des Kampfgeschwaders 254 ein. (1)

Heute ist am Heeresflugplatz Fritzlar das Kampfhubschrauber Regiment 36 stationiert.

(1) Halm, Heinz in: "Soldaten in Fritzlar", S. 51, 1974


1946


Demokratischer Neuanfang nach Kriegsende 1945

Handschriftliches Protokoll vom 27.01.1946

1945 kapitulierte Nazi-Deutschland vor den alliierten Siegermächten USA, Großbritannien, Sowjetunion und Frankreich. Die Sieger hatten Deutschland von der NS-Diktatur befreit.

In den vier Besatzungszonen regierten übergangsweise Militärregierungen. Auf der Potsdamer Konferenz wurde entschieden, dass Deutschland demokratisch regiert werden solle.

Im Dezember 1945 ordnete das Groß-Hessische Staatsministerium im Auftrag der amerikanischen Militärregierung Kommunalwahlen an.

In Fritzlar waren drei Parteien zugelassen: CDU, SPD und KPD.

Nationalsozialistische Funktionsträger waren von dem passiven Wahlrecht weitgehend ausgeschlossen.

Die erste freie Kommunalwahl in Fritzlar fand am 27. Januar 1946 statt. Die CDU erhielt fünf Mandate, die SPD drei und die KPD kein Mandat.

Bürgermeister waren die CDU-Mitglieder Dr. Erich Schnitzler von 1945 bis 1946, Julius Kaever von 1946 bis 1948 und Emil Geismar von 1948 bis 1970.

Die Hessische Landesverfassung trat am 1.12.1946 in Kraft, das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland am 23.05.1949.


1956


Aufstellung der Bundeswehr

Georg-Friedrich-Kaserne Fritzlar

Nach dem Abzug der französischen Truppen wurde 1956 die Standortkommandantur, das Grenadierbataillon 22 (das spätere Panzergrenadierbataillon 53) und das Panzeraufklärungsbataillon 5 nach Fritzlar in die Flugplatzkaserne verlegt.

Es folgten:

  • das Panzeraufklärungsbataillon
  • das Panzerartilleriebataillon 2, das Feldjägerdienstkommando
  • das Verteidigungskreiskommando 441, das Flugabwehrbataillon 2
  • die Fernspähkompanie 300, die Panzerpionier-kompanie 50
  • das Standortsanitätszentrum und das Facharzt-zentrum
  • der Stab und die Stabskompanie Luftmechanisierte Brigade1, später umbenannt in Luftbewegliche Brigade 1 (1997-2013)


Heeresflieger wurden ab 1957 in Fritzlar aufgestellt. Seit 2002 befindet sich das Heeresfliegerregiment 36 Kurhessen, ausgestattet mit Kampfhubschrauber TIGER in der Kaserne und an dem Heeresflugplatz.

Veränderungen ergaben sich aufgrund der Umgliederung in die verschiedenen Heeresstrukturen.

Die Flugplatzkaserne wurde 1964 in Georg-Friedrich-Kaserne nach dem waldeckischen Fürsten Georg Friedrich (1620-1692) umbenannt.

Vgl.: 1 Halm, Heinz: "Soldaten in Fritzlar - Geschichten einer Garnisonsstadt", Fritzlar, Dezember 1974, S. 62-75

Vgl.: 2 wikipedia.org/wiki/Heeresflupplatz_Fritzlar

Vgl.: 3 Preuß, Jürgen: "70 Jahre Flugplatz Fritzlar", 1938-2008


1961


Seit 1961 produziert Hengstenberg in Fritzlar

Hengstenberg Werk Fritzlar


Fritzlar liegt in einem ländlichen Raum, der durch fruchtbaren Ackerboden und bewaldete Basaltkuppen geprägt wird.

Landwirte bauen in der Region Weiß-, Rotkohl und Gurken an.

Das 1876  in Esslingen gegründete Unternehmen verarbeitet diese Produkte mit erlesenen Zutaten und in verschiedenen Varianten weiter und exportiert sie in 40 Länder.

Abb. Dose Mildessa Sauerkraut, Hengstenberg



1971 - 1974


Gebietsreform

Wappen Gebietsreform 1974


Fritzlar, seit 1821 Kreisstadt, verlor diesen Status mit der Gründung des Schwalm-Eder-Kreises im Jahr 1974.

Mit der Eingliederung von zehn Stadtteilen, vorher selbstständigen Gemeinden, wuchs die Einwohnerzahl auf fast 15.000.

Am Eingang zum Rathaussaal ist eine Scheibe mit dem Wappen von Fritzlar (Mainzer Rad) und den Namen seiner Stadtteile angebracht.

Darin sind zu sehen das blaue Wappen des Schwalm-Eder-Kreises mit drei Wellenbalken für Fulda, Eder und Schwalm und dem wachsenden Löwen, das Landeswappen im blauen Schild mit einem von Rot und Silber geteilten schreitenden Löwen und der Bundesadler im Blumenkranz an der Spitze. Auf beiden Seiten sind jeweils drei blau-weiße Fähnchen, die Farben von Fritzlar.


1974


Hessentag

Die Abbildung zeigt das Hessentagspärchen von  1974, Christel Schmieding und Thomas Schmerer


Unter Bürgermeister Reinhold Koch fand der 14. Hessentag zusammen mit der Feier des 1250-jährigen Bestehens der Dom- und Kaiserstadt Fritzlar statt.

Mit dem hessischen Ministerpräsidenten Albert Oswald (1919-1996) erlebten rund 250.000 Besucher ein mehrtägiges Festprogramm.

Die Hessentage waren 1961 durch den damaligen hessischen Ministerpräsidenten Georg-August Zinn (1901-1976) ins Leben gerufen worden.


Tafel 5: 1975 bis 2025

 Ab 1949 Land Hessen in der Bundesrepublik Deutschland


1975


Schulstadt Fritzlar

Foto: Michael Auerbach


Schulen spielen eine wichtige Rolle in Fritzlar. Bereits im 8. Jahrhundert errichtetet Abt Wigbert (670 - 746) eine Klosterschule als Ausbildungsstätte für den geistlichen Nachwuchs.

In den letzten Jahrhunderten entwickelte sich Fritzlar zu einem bedeutenden Schulstandort mit einem breiten Bildungsangebot.

Die Abbildung zeigt die ehemalige Königliche Präparandenanstalt.

Bis 1921 wurden darin Studenten für das Studium am katholischen Lehrerseminar in Fulda vorbereitet.

Heute werden hier Kinder und Jugendliche in der "Schule am Dom" unterrichtet.


1976 - 1996


Altstadtsanierung und 
Fußgängerzone

Abb.: Marktplatz 1976


Von 1976 bis 1996 wurde unter Bürgermeister Reinhold Koch (1930-2017) die Fritzlarer Altstadt systematisch saniert. Im Rahmen der Stadtentwicklung behob man die missliche Verkehrslage und renovierte historische Bauwerke.

Die Bundesstraße 450 wurde außerhalb der Altstadt verlegt; mit Marktplatz und Kasseler Straße entstanden eine Fußgängerzone: Ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Besucher.

Marktplatz 2024

Die historische Dom- und Kaiserstadt ist ein Besuchermagnet.


2022


Stadtmuseum Hochzeitshaus

Stadtmuseum Hochzeitshaus Fritzlar


Von 2018 bis 2022 wurde das historische Hochzeitshaus (1580-1590) und bisherige Regionalmuseum saniert und als stadtgeschichtliches Museum neu konzipiert.

Der moderne Rettungsturm mit Fahrstuhl dient dem Feuerschutz und der Barrierefreiheit. Architektonisch trifft nun Geschichte auf Gegenwart.


2024 das Jubiläumsjahr



75 Jahre Grundgesetz (1949 - 2024)
Ein Meilenstein deutscher Geschichte


Abb.: Bundeszentrale für politische Bildung

Das Jubiläum gibt Anlass das Grundgesetz zu würdigen und über die deutsche Geschichte sowie über die politische Entwicklung und die Herausforderungen der Gegenwart nachzudenken.

Zwölf Jahre (1933-1945) wurden mit der Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus von Deutschland aus Millionen Menschen entrechtet, gefoltert, ermordert, zu Tode geschunden und in den Suizid getrieben.

Nach dem Untergang des Nationalsozialismus 1945 begann mit der Bundesrepublik Deutschland ein neues Zeitalter.

Am 23. Mai 1949 wurde das Grundgesetz verkündet und markierte die Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland. Es sichert die Menschenrechte und regelt das Staatsorganisationsrecht im föderalen Bundesstaat. Zusammen mit den Länderverfassungen garantiert es die Rechte der Kommunen, ihre Angelegenheiten in eigener Verantwortung zu regeln.

Mit der Wiedervereinigung 1990 wurde das Grundgesetz zur gesamtdeutschen Verfassung als Basis der freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Das Bundesverfassungericht setzt diese Rechte durch.



61. Hessentag in Fritzlar



Hessentagspaar Franziska und Kevin Wathling


Unter dem Motto: "Eine Stadt voller Leben" konneten vom 24.05. bis 02.06.2024 über 500.00 Besucher in der historischen Altstadt eine vielfältige Landesausstellung mit über 1.200 Veranstaltungen erleben.

Beim abschließenden Festzug dankten Ministerpräsident Boris Rhein und Bürgermeister Hartmut Spogat den über 100 Umzugsgruppen.


1300 Jahr Fritzlar


Abb.: Stadtplan aus: "Fritzlar - Der Dom und die Stadt" von Ludwig Vogel, Dezember 2002


Fritzlar kann 2024 auf eine 1300-jährige bewegte Geschichte zurückblicken. Ihre Entstehung geht auf das Wirken des heiigen Bonifatius, des "Apostels der Deutschen", zurück. Er fällte im Schutz der Büraburg im Jahr 723 das Heiligtum der Chatten, die dem Gott Donar geweihte Eiche. Aus ihrem Holz baute Bonifatius im Jahr 724 ein Bethaus, das er dem heiligen Petrus weihte und gründete ein Benedektinerkloster. Um die Anlage herum entwickelte sich die Siedlung Fritzlar.

Fritzlars Geschichte mit guten und schlechten Zeiten ist ein Spiegel deutscher Geschichte. Die Karte zeigt den Bereich der historischen Altstadt von Fritzlar. Dieser beeindruckt mit baulicher Geschlossenheit und einer historischen Prägung. In diesem Raum sind mittelalterliche Bauwerke, Straßen, Gassen und Plätze erhalten. Fachwerkhäuser stammen aus verschiedenen Epochen.

Über 500.000 Besucher konnten den mittelalterlichen Stadtkern während des zehntägigen Landesfestes "Hessentag" 2024 erkunden.


1803 - 1974 Vom Titularfürstentum Fritzlar zum Schwalm-Eder-Kreis


Abb.: Sammlung von Gesetzen, Verordnungen, Ausschreibungen und anderen allgemeinen Verfügungen für Kurhessen, Bd.3, 1820/22, Kassel, S.68ff

1803 - 1821 Im Reichsdeputationshauptschluss wurden die Mainzer Exklaven in Hessen der Landgrafschaft Hessen - Cassel zugeschlagen. Sie bildeten die Verwaltungseinheit "Fürstentum Fritzlar".

1821 Kurfürst Wilhelm II. (1777-1847) straffte im Organisationsedikt vom 30. August 1821 die zersplitterte Verwaltung mit der Schaffung des Kreises Fritzlar aus den bisherigen Ämtern Fritzlar, Gudensberg, Jesberg und Teilen der Ämter Borken und Homberg.

1848 - 1851 In Folge der Märzrevolution wurde der Kreis Fritzlar mit den Kreisen Homberg und Ziegenhain zum Bezirk Fritzlar zeitweise vereinigt.

1866 Preußen annektierte Kurhessen. Der Kreis Fritzlarwurde dem preußischen Regierungsbezirk Cassel zugeordnet.

1932 Infolge der Weltwirtschaftskrise von 1929 wurde als Sparmaßnahme die Zusammenlegung der Kreise Fritzlar und Homberg verfügt. Erster Landrat in Fritzlar war Carl Freiherr von Funck von 1932 bis 1945.

1949 Der Landkreis Fritzlar-Homberg führt im Wappen den Löwen der Stadt Homberg und das Mainzer Rad der Stadt Fritzlar.

1974 Mit der hessischen Gebietsreform wurden die Landkreise Fritzlar-Homberg, Melsungen und Ziegenhain zum Schwalm-Eder-Kreis vereint. Kreisstadt wurde das zentral gelegene Homberg/Efze. Erster Landrat war August Franke von 1974-1984.

2024 feierte der Landkreis  Schwalm-Eder-Kreis sein 50-jähriges Bestehen.


Die Basilika St. Peter im Jahr 2024



Altarraum

Seit 2004 trägt die Kirche den Ehrentitel "päpstliche Basilika minor". Das Wappen des amtierenden Papstes ist im Tympanon des Hauptportals angebracht. Von 2013 bis 2025 war es das von Papst Franziskus I.

Baugeschichtlich ist St. Peter in wesentlichen Elementen der Spätromanik 1085 - 1118 zuzuordnen. Die eingewölbten Decken und Maßwerkfenster, das filigrane Sakramentshaus und die Marienkapelle sind gotisch geprägt; Hochaltar und Ausstattung barock. Dom und Stift St. Peter formten Geschichte und Kultur in Nordhessen. Das bedeutendste Bauwerk Fritzlars strahlt weithin sichtbar über Stadt und Land.

Die meisterliche Renovierungen des Innenraumes der Basilika wurden von 2010 bis 2012 durchgeführt. Die von Staub und Ruß gereinigten Wand- und Gewölbeflächen, die warme Farbfassung und die Blatt- und Rankenmuster, mit denen Wandbögen, Pfeiler, Säulen, Kapitelle und die Gewölberippen geschmückt sind, geben dem Kirchenraum eine feierliche Atmosphäre.


Kreuzgang


Die aufwendige Sanierung des dreiflügeligen Kreuzgangs erfolgte von 2023 bis 2024.

Das Mauerwerk, die Gewölbe, die schlanken Kreuzrippen mit den Schlusssteinen und die Gurtbögen wurden gereinigt

Auch die in Blei gefassten Gläser der zweibahnigen Maßwerkfenster wurden von Schmutz befreit, bieten wieder eine gute Sicht in den Grashof und schützen vor Witterungseinflüssen.


Abb.: Heinrichskreuz - Scan aus dem Buch "Fritzlar - Die alte Dom- und Kaiserstadt und ihre Kunstschätze", S.15, Rauch/Katzmann, Tübingen, 1974.


Das renovierte Dommuseum ist ein ganz besonderes Kleinod. Die Ausstellung zeigt kostbare Exponate der Sakralkunst, wertvolle Gewänder und Skulpturen, die für das Stift gefertigt wurden.

Berühmt ist das Heinrichskreuz, ein Geschenk Kaiser Heinrichs II. (973 - 1024).


2025


Renovierung und Neugestaltung der städtischen Verwaltung (2022 - 2025)

Layout 1



Nachwort

2025


Fritzlar im 21. Jahrhundert

Kultursommer Nordhessen Fritzlar vor dem Dom
Der Kultursommer Nordhessen zu Gast vor dem Dom St. Peter


In Fritzlar lässt es sich leben!

1300 Jahre Fritzlar: Bewegte Zeiten und Schicksale, auch ein Spiegel deutscher Geschichte. Einwohnerzahl und wirtschaftliche Bedeutung sind in den letzen Jahrzehnten gewachsen.

Fritzlar ist ein Mittelzentrum und bedeutender Militärstandort. Die Stadt bietet eine vielseitige medizinische Versorgung, ein breites Bildungsangebot, soziale Einrichtungen, naturnahe Lebensbedingungen und ein reiches kulturelles Leben.

Für Recht, Sicherheit, Ordnung und Hilfe sorgen Amtsgericht, Polizei, Freiwillige Feuerwehr, Deutsches Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst und Technisches Hilfswerk.

Vereine engagieren sich für Sport, Kultur, Geschichte und Städtepartnerschaften.

Seit 1962 zieht der Pferdemarkt mit seinem Jahrmarkt viele Besucher nach Fritzlar.

Mit dem Narrenruf: "Alle Wille" (alleweil komme se) feiern mehrere Karnevalsgesellschaften in der närrischen Zeit. Zum Rosenmontagsumzug kommen Tausende aus der Region in die Stadt.

Die anregenden Veranstaltungen des Kultursommers Nordhessen bringen viele Menschen aus der Region vor dem Dom St. Peter zusammen.